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Schauen und Tun - ein anthropologisches Spannungsfeld

Die Unterscheidung von Kontemplation und Aktion kennzeichnet unterschiedliche Kulturen. Es ist deutlich, wo in einer arbeitsbestimmten Kultur das Herz schlägt: bei der Aktion. Und doch: Manager gehen zur „Auszeit“ ins Kloster, Universitäten geben ein Sabbatjahr frei, Meditationskurse sind so voll wie die Schlaflabore für die Überaktiven. Ein neues Wort heißt „Runterchillen“, nachdem man sich über das Wochenende verausgabt hat.

Geht es mit der Kontemplation also um den notwendigen Ausgleich zur Arbeit? Keineswegs, denn solche „betriebsmäßig“ eingeplante Ruhe ist heimliche Unterstützung der Arbeit, um sich noch mehr verausgaben können. Stattdessen ist "Schauen" gelöstes Dasein - und nicht „Tanken“. Es ist die Stunde, in der sich das Leben aus seinem drängenden Rhythmus löst und bei einem Grund ankommt. Hat er einen Namen? Wenn solches "Schauen" gelingt, wird auch das "Tun" anders, fruchtbarer. Diese gegenseitige Befruchtung von Schauen und Tun ist zu erhellen.

09:15 - 10:15

Hanna Barbara Gerl-Falkovitz

Hanna Barbara
Gerl-Falkovitz

 
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